DMSG-Selbsthilfegruppe
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Wir brechen mit unseren persönlichen Erlebnissen aus!

Stefan (44 Jahre)

Krankengeschichte:

Meine MS begann 1991. Am Anfang hatte ich Schübe, jetzt ist sie in eine chronische Form übergegangen. Am Anfang merkte ich nur ein pelziges Gefühl in der linken Hand, dem linken Fuß konnte ich nicht mehr so gut bewegen und ich hatte ein ausgeprägtes Klammergefühl um die Brust. Dazu kamen Müdigkeit, Depressionen und Angstzustände. Mittlerweile sind beide Hände leicht pelzig und kraftlos. Lange Strecken sind nur mit einer Gehhilfe möglich. Meine Energie und mein Leistungsvermögen sind begrenzt. Ich habe auch eine leichte Blasenschwäche.

Persönliches:

Familie, Freunde und Umfeld reagieren verschieden auf einen Erkrankten. Z.B."Du siehst gut aus und du willst krank sein", "Nicht arbeiten, zu Hause rumsitzen, nichts tun - so schön möchte ich´s auch haben", "Was du bist schon in Rente -so ein Blödsinn". Die Leute können das Krankheitsbild der MS nicht verstehen. Wenn man diese unsinnigen Aussagen dann ignoriert wird man als faul und willenlos abgestempelt. Man erntet kopfschütteln und zynisches Lächeln. Alles das riss tiefe Wunden in mein Selbstwertgefühl. Auf Dauer kann das zur schnellen Verschlechterung der Krankheit und zur Isolation führen. Leider habe ich auch bei Ärzten schlechte Erfahrungen gemacht. Zuerst wurde ich als Hypochonder (eingebildeter Kranke) hingestellt und als sich dann durch mehrere Untersuchungen doch MS diagnostizierte, sagte man mir dies eiskalt zwischen Tür und Angel im Wartezimmer mit den Patienten als Zuhörern. Im laufe der Jahre sammelten sich positive und negative Erfahrungen an.

Man wird vorsichtig, kritisch aber auch dankbar. Es sollte bei all dem nicht vergessen werden, dass auch ein Patient ein Mensch ist.

Meine Tipps für andere:

Die Auseinandersetzung und Bewältigung mit der Krankheit kostet sehr viel Kraft und Energie. Das kann bei vielen  Trauer, Wut, Angst und Resignation auslösen. Sehr hilfreich kann dabei eine psychologische Beratung und - Betreuung sein, sowie eine Psychotherapie. Auch Selbsthilfegruppen können eine hilfreiche Erfahrung sein. Es kann wohltuend sein mit "Gleichgesinnten" zusammenzutreffen und Erfahrungen auszutauschen. Man findet hier auch Zuflucht, Gemeinschaft, Verständnis, Hilfe, Rat, Zuspruch und Trost. Mir hat das alles sehr geholfen.